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Franken «slammt»

Spannender Dichterwettstreit im Katharinensaal
 Franken «slammt»
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Oberfranken gegen Mittelfranken gegen Unterfranken. Am morgigen Donnerstag findet um 20 Uhr im Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg das erste fränkische Poetry-Slam-Triell statt. Jeweils drei Vertreter der fränkischen Regierungsbezirke treten in Duellen gegeneinander an.

Das Publikum darf sich über 18 Beiträge á fünf Minuten freuen. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt, doch der Spaß am Slammen steht im Vordergrund.

Auch Michael Jakob aus Nürnberg ist morgen Abend als Moderator und Slammer auf der Bühne. Seitdem er 14 ist, schreibt der gebürtige Ansbacher eigene Texte. «In Bamberg habe ich den Poetry Slam entdeckt und wusste gleich: Das möchte ich auch machen», erzählt der 31-Jährige.

Der Erfahrungsaustausch ist für Michael wichtig. «Poetry Slam ist eine Plattform, auf der man die eigenen Ideen anderen Leuten näherbringen kann.» Die Texte fliegen ihm zu. Sie schwirren im Kopf herum, bis sie aufs Papier geschrieben werden. «Ich hänge manche Text aber auch thematisch auf. Recherche und Überlegungen sind dabei die größte Arbeit», beschreibt Michael seine Vorbereitungen, die zwischen zwei Stunden und zwei Jahren dauern können. Momentan trägt er Texte mit aktuellen politischen Themen vor, die kabarettistisch angehaucht sind, oder Texte, die Gesellschaftskritik enthalten.

Die Nervosität bleibt

Auf der Bühne ist Michael mittlerweile ein Profi. Bei neuen Texten und größeren Veranstaltungen sei er zwar «ultra-nervös», aber bei regionalen Events «relativ relaxed». Zu seinen Erfolgen zählt er das Erreichen zweier Halbfinals bei den deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften und den Sieg einer Folge des WDR-Poetry-Slam. Zudem ist er amtierender fränkischer Poetry- Slam-Meister.

Das Mittelfranken-Team verstärkt Susanne Radloff, die als «Frau Wortwahl» seit drei Jahren slammt und «von der Lust noch nicht verlassen wurde», wie sie lächelnd sagt. Poetry Slam ist für die Nürnbergerin Fluch und Segen, aber auch Hobby und Sucht. Sie greift ihre Texte aus dem Leben: eine Begegnung, eine Erinnerung, manchmal reicht nur ein einziges Wort für eine Idee.

Für ihre Auftritte bereitet sich Susanne «mit einem Schwung Lampenfieber, einem Löffel Neugier und einer Menge Spaß» vor. «Mit dem Schritt auf die Bühne ist alles vergessen. Dann gibt es nur noch mich und meinen Text – und die Reaktionen aus dem Publikum.» Der größte Erfolg für die Slammerin ist, wenn jemand später auf sie zukommt, um persönlich zu sagen, dass ihm der Text gefallen, ihn berührt hat.

Peter Weber alias Parkster konnte in den zwei Jahren, in denen er sich dem Poetry Slam verschrieben hat, bereits einige Veranstaltungen in Bayern für sich entscheiden. Auch die Teilnahme an deutschsprachigen Meisterschaften konnte er sich schon zweimal erkämpfen. «Allerdings habe ich dort keinen Blumentopf gewonnen.», scherzt der 29-Jährige.

Eine gute Freundin habe ihn damals als Zuschauer zum Slam gebracht. Weil er das Format so klasse fand, schloss der sich den Slammern an. Jetzt ist es für Peter ein Ausgleich zu seinem Beruf als Informatiker.

«Ich kann mit Worten spielen, Leute unterhalten und sie im besten Fall auch begeistern», behauptet er. Poetry Slam ist für Parkster Rock ’n’ Roll – nur ohne Musik, aber dafür mit Worten. Er erinnert sich noch an seinen allerersten Auftritt in Fürth vor zweieinhalb Jahren. «Ich war sehr nervös!» Seitdem tourt Peter regelmäßig über die fränkischen Slambühnen.

Dennoch schleicht sich immer wieder die Nervosität vor dem Auftritt an ihn heran. «Sie setzt sich gesellig zu mir, plaudert mit mir, um mich langsam verrückter zu machen, bis ich am Mikrofon stehe und sie beim ersten Wort plötzlich den Saal verlässt». STEFANIE GOEBEL
3.2.2010
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